
Egal ob Smart, Lexus oder VW – nur "Autobauer" kann heute keiner mehr sein. Besonders für junge Konsumenten hat das klassische Auto mit lautem und schmutzigem Verbrennungsmotor als Statussymbol längst ausgedient. Wichtiger sind die digitale Vernetzung aller Lebensbereiche und damit Mobilitätsformen, die an die individuellen Bedürfnisse des urbanen Lebensstils angepasst sein müssen. Effizienz und Umweltschutz werden immer moderner.
Diesen besonderen "Innovationsdruck" spürt besonders VW, zuletzt verstärkt durch den Abgasskandal, der das deutsche Traditionsunternehmen seit September letzten Jahres in Atem hält. Doch VW beweist, dass unter diesem Druck auch Diamanten entstehen können. Bestes Beispiel ist eine E-Bike-Studie des Unternehmens, die seit einiger Zeit für Überraschung und Neugier in der Branche sorgt. Ohne Vorankündigungen und Pressemeldungen, die man sonst von der Vorstellung neuer Prototypen kennt, stand im konzerneigenen Ausstellungshaus plötzlich ein E-Bike, an dem niemand einfach so vorbei läuft.
Futuristischer kann ein Zweirad kaum aussehen, abgesehen von zwei Rädern, Sattel und Lenker weist es kaum Ähnlichkeiten mit anderen Elektrorädern auf. Ein Eindruck, der sich auch bei genauerer Betrachtung bestätigt. So verfügt das VW-E-Bike über ein speziell für Elektrofahrräder konzipiertes Antiblockier-System (ABS). Neu ist diese Idee freilich nicht. Die Hürde bestand bislang allerdings darin, diese Technologie, deren Komponenten ein erhebliches Volumen einnehmen, vom Automobil aufs E-Bike zu übertragen. Entwickelt hat VW dieses System gemeinsam mit der Bremsenschmiede „Break Force One“, die zuletzt mit einer innovativen H2O-Bremse (Wasser statt Öl!) von sich reden machte.
Einen weiteren Vorsprung im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern hat VW –sozusagen – in einem Heimspiel errungen: Der Mittelmotor mit Automatikgetriebe stammt aus der eigenen Entwicklungsabteilung. Weitere neue Features sind ein integriertes Abblendlicht, Fernlicht und Bremslicht. Damit könnte VW ein Stück des Weges für die Zulassung schneller Pedelecs geebnet haben. Seinen eigenen Kunden erleichtert VW den Umstieg aufs E-Bike mit den VW-typischen Bedienelementen. Die sollen nämlich genauso aufgebaut und zu handhaben sein wie die am Auto.
Noch steht nicht fest, ob diese Studie jemals in Serie vom Fließband über den Ladentisch gehen wird. Man munkelt, dass sich das spätestens zur Eurobike 2016 klären wird. Das Team von Greenfinder ist dann auf jeden Fall mit dabei und hält alle Leser live mit den News aus Friedrichshafen auf dem Laufenden!
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