
SCOTTSDALE, Arizona. Als Besitzer eines Dentallabors hat Sully Samartzis einige Zähne in seiner Karriere gefertigt. Aber nach "15 Jahren und 20.000 Zähnen" sagte er sich, es wäre Zeit einen Job mit etwas mehr Abwechslung zu machen. "Es sind immer die gleichen 32 Zähne", sagt er. Im Oktober eröffnete Samartzis im Zentrum von Scottsdale den Laden "EZ Pedals". Ein E-Bike-Geschäft in einer Straße voller Galerien, Cafés und Geschenkeboutiquen, welche stark von Touristen frequentiert werden.
Text und Bilder von Doug McClellan
Das macht aus ihm eine seltene Erscheinung in der Phoenix-Metropol-Region. Trotz einer schnell wachsenden Bevölkerung von 4,4 Millionen Einwohnern und des warmen Wetters gibt es in Phoenix keinen wirklichen E-Bike Markt. In Bezug auf Größe und Klima, sagen E-Bike-Marken Manager, ist der Großraum Phoenix eine Wüste. Die Straße runter von EZ Pedals befindet sich ein Pedego Markengeschäft. Ansonsten sind die E-Bike-Geschäfte im „Tal der Sonne“ eher klein und - wie EZ Pedals - neu.
In Zentrum von Phoenix, verkaufen Felt und Faraday gemeinsam E-Bikes mit City- und anderen Tourenrädern. In Mesa, einer Vorstadt von Phoenix, verkauft "Archer’s Bikes" Prodeco Tech und Magnum Räder und hat gerade Haibike ins Sortiment aufgenommen. Beide Geschäfte sind erst vor einem Jahr eröffnet worden. Sun Cyclery, ein seit langem etabliertes Fahrradgeschäft in Phoenix, verkauft nachgerüstete Fahrräder mit Bausätzen von Lectric Cycles aus Phoenix.
Trek ist einer der Hauptsponsoren der Electric Bike Expo. Bis zwei Wochen vor der Ausstellung in Phoenix gab es in keinem Trek-Geschäft der Region Fahrräder der E-Reihe. Das änderte sich, als Landis Cyclery (verkauft Fahrräder seit 1912) sich entschied, Fahrräder der Reihe zu verkaufen. Landis verkauft die Trek E-Bikes in nur einem der vier Geschäfte, obwohl sie auf Anfrage in jedem verfügbar wären. Mitbesitzer Dick Landis, ein Enkel des Firmengründers, hat sich nicht viel davon versprochen.
"Ich bin ein typischer Fahrradverkäufer", sagt Landis, als er einen Gang über das Messegelände macht um die Besucher zu beobachten. Er ist vorsichtig mit Veränderungen in seinem Laden der seit mehr als hundert Jahren Fahrräder verkauft. Landis sagt "man muss abwarten, wie sich der E-Bike-Markt entwickelt. Wir haben bisher nicht eines verkauft", merkt er an (Einer seiner Angestellten auf der Messe sagt er erwartet mehrere Verkäufe durch die Ausstellung). Trotzdem fasziniere ihn das Messepublikum, so Landis.
„Ich bin überrascht, wie viele Fahrradfahrer hier sind!", sagt er, mit Hinweis auf die Menge an Radlerhemden und –hosen zwischen den Besuchern, welche wahrscheinlich schon länger nicht mehr auf einem Fahrrad saßen. Ein anderer traditioneller Fahrradhändler, Global Bikes, steigt auf vorsichtig in das Geschäft mit E-Bikes ein. Globals Flagship-Store in Chandler führt Specialized und Raleigh. Als Raleigh Händler, sagt Manager Tim O’Donnell, war es selbstverständlich, die Raleigh E-Bike Reihe ins Sortiment aufzunehmen als sie letztes Jahr erschien.
Er sagt, global habe er fünf der Fahrräder verkauft. Meistens an Kunden, welche schon ein Raleigh besitzen. Im Gegensatz zu vielen Angestellte eines Fahrradgeschäftes ist O’Donnell ein Meister im E-Bike-Fahren: Er schätzt, dass er schon etwa 700 Meilen mit seinem eigenen Raleigh Tekoa-iE gefahren.Er nutzt es vorwiegend, um zwischen zwei Jobs zu pendeln und um Einkaufen zu fahren.
„Ich habe sogar einen Korb an meinem Rad. Ich kann damit zu meinem Wal-Mart Laden an der Ecke fahren, mit dem Fahrrad durch die Gänge laufen und den Korb füllen. Bei Frys darf ich damit auch in den Laden”, sagt er. Kunden, welche ein E-Bike kaufen, sind meistens auf der Suche nach einem bestimmten Modell. „In neun von zehn Fällen haben sie uns im Internet gefunden. Sie suchen nach E-Bikes oder Elektrofahrrädern und stoßen darauf, dass "Global" ein Raleigh Händler ist.“, sagt er.
Seit Januar führt "Global" das Specialized Turbo. O’Donnell sagt, er erwarte, dass Global die Specialized E-Mountainbike Reihe ins Sortiment aufnimmt, sobald sie dieses Jahr auf den Markt kommt. Jason Boles, Eigner vom Radladen "The Velo", welches eine jüngere, urbanere Zielgruppe hat: "E-Bikes können das Fahrradfahren in der Sommerhitze angenehmer machen. Als Teil der Downtown-Kultur ist es nicht die beste Wahl, mitten im Sommer Fahrrad zu fahren, aber mit einem E-Bike werde ich auf keinen Fall ins Schwitzen kommen." Das Geschäft hat fünf E-Bikes seit der Eröffnung vor einem Jahr verkauft. „Das sind nicht so viele wie wir gerne verkauft hätten", sagt er. "Aber fünf zu je vier- bis fünftausend Dollar ist auch nicht schlecht."
In Scottsdale versucht Samartzis herauszufinden wie er den stetigen Fußgängerverkehr in Verkäufe ändern kann. Passanten bleiben oft stehen um sich das uralte Elektrofahrrad im Schaufenster anzugucken, welches aussieht wie ein klassisches Motorrad. EZ Pedals führt primär Easy Motion Bikes von BH, und Stromer. Samartzis sagt, er führe E-Bikes, deren Batterien im Unterrohr versteckt sind, da diese einen tieferen Schwerpunkt haben und einfacher zu bedienen sind. Da ist speziell für ältere Nutzer von Belang.
Die meisten Verkäufe sind Damenräder. Dennoch versucht er auch junge Millennials zu begeistern, welche in der Stadt leben wollen, aber kein Auto oder Führerschein besitzen. Samartzis denkt, dass eine der größten Herausforderungen als Einzelhändler das Marketing sei. Etwas, womit er sich in seinem damaligen Dental-Labor nicht wirkilich beschäftigen musste.
„Es gibt eine Millionen Arten zu werben. Es ist fast zu schwierig“, sagt er. „Es ist so, als hätte man zu viele Fernsehsender, und kein einziger zeigt wirklich was Gutes.“ Während Samartzis darauf hofft, Leihräder an lokale Hotels zu liefern, fokussiert er sich im Moment darauf, Einwohner und Winterflüchtlinge von seinen Fahrrädern zu überzeugen. „Ich versuche, eine Nasenlänge voraus zu sein“, sagt er, „ich hoffe nur, dass ich nicht zu weit voraus bin.“