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Pariser Autosalon 2016 - Elektroautos rücken weiter vor

E-Auto
04.10.2016 - von Sascha Nachtnebel

Wer sich durch die von hupenden Blechlawinen verstopften Straßen in Paris kämpfen muss, der fragt sich zu Recht, wer denn noch mehr Autos auf der Welt bräuchte. Wir sind umweltfreundlich mit dem Zug angereist und freuen uns, von einer der wichtigsten Auto-Messen weltweit berichten zu dürfen: dem Pariser Autosalon 2016. Neben den altbekannten Marken Mercedes-Benz, Renault, Peugeot, Citroën, Audi und BMW tummeln sich nun auch Marken wie TESLA, die mit innovativer Technologie den etablierten Automobil-Herstellern das Fürchten lehren. Wir erfahren Paris für Sie.

Elektroautos an (fast) jedem Stand in Paris

Ein interessantes Schauspiel bietet sich dem Automobil-Liebhaber, wenn an beinahe jedem Stand plötzlich Elektroautos, Hybriden und Plug-In Hybriden von zahlreichen Bewunderern umringt werden. Besonders bei BMW, Nissan, Renault und Tesla, den Zugpferden der Elektro-Auto Branche, war das Interesse an den rein-elektrischen Autos deutlich zu sehen. Andere Hersteller wie Hyundai, Opel, 

E-Auto Testparcours - im BMW i3 durch Paris

Wer als Privatbesucher eine Automobil-Messe wie den Pariser Autosalon besucht und 16 Euro Eintritt bezahlt, der möchte nicht nur schauen, sonder auch anfassen, reinsetzen, Knöpfchen drücken und am besten: Fahren! Und das ist sogar möglich! Wer sich rechtzeitig und mit gültigem Führerschein in Halle 3 registriert, der kann Elektroautos probefahren. Der Verkehr in Paris lädt zwar nicht gerade dazu ein, jedoch hilft der nette Begleitfahrer mit guten Tipps und Routenvorschlägen. So hat man die Möglichkeit, sich immerhin 20 Minuten lang im echten Straßenverkehr ein Bild vom flüsternden Elektroauto zu machen. Super Sache! 

Renault Z.E. (Zero Emission) mit dem besten Stand in Paris

Zum Anschauen und Reinsetzen war bei Renault in Halle 1 sicher die beste Möglichkeit geboten. Hier wurde gleich mit mehreren Modellen des Renault ZOE dazu eingeladen, sich dem Thema Elektromobilität zu nähern. Freundliche Mitarbeiter hatten auf fast jede Frage eine Antwort und nahmen die Registrierungen für Testfahrten schon am Messestand entgegen. Das neue Modell des ZOE soll seinen glücklichen Fahrer nun ganze 400 Kilometer weit befördern. Selbst wenn es nur 300 wären, dann wäre das mehr als eine Verdopplung zum Vorgängermodell. Das in Deutschland sehr beliebte Einsteiger-Modell überzeugt mit einem rein-elektrischen xx KW Motor, günstigem Preis, zeitgemäßem Design und Akku-Miete.

Volkswagen betreibt Greenwashing und kündigt Wunder an 

Nach der unverschämt schmutzigen Abgas-Affäre hat der Konzern aus Wolfsburg Einiges wieder gut zu machen. Dies soll nun mit dem VW „I.D.“ geschehen, der außen wie ein Polo, innen wie ein Passat für ungeahnte Raumwunder sorgen soll. Die Akku-Leistung soll ohne Schummeln 400 - 600 Kilometer betragen. Ziemlich ungenau, wie wir finden. Das Jahr 2020 ist auch noch ne Weile hin und außerdem schaffen das Tesla und Renault auch heute schon. In drei Jahren soll er kommen, wir bleiben gespannt und vermuten, hier wurde geschlafen. Futuristisch sieht er schon aus, der VW I.D., leider noch viel zu weit weg von der Realität. Die Verkaufszahlen der ersten Elektroautos von VW, des e-Golf und e-Up, können alles andere als überzeugen. Hoffentlich steht I.D. nicht für „Invention Delay“.

Mercedes-Benz mit EQ enttäuscht mit Studie für Träumer

Schade eigentlich. Viel haben wir erwartet, wenig wurde gezeigt. Eine „seriennahe Studie“ eines in der Zukunft vielleicht einmal ähnlich aussehenden Elektroautos, dass dann aber auf jeden Fall mindestens 500 Kilometer weit fahren wird. Mercedes hat den E-Auto Markt komplett verschlafen und zeigt Hybriden, Plug-Ins und eine B-Klasse, die unglaublich praktisch ist für die Stadt. Nicht. Harren wir also der Dinge und hoffen der lieben, deutschen Automobil-Branche auf ein Wunder, das da bald kommen möge. Tesla hat mit 24.500 E-Autos einen Quartals-Rekord hingelegt. Noch beängstigender, dass das eine Steigerung um 70% zum Vorjahr ist. Nicht so schlecht für eine Marke, über die vor wenigen Jahren in Stuttgart noch gelacht wurde. Wer zuletzt lacht, werden wir dann noch sehen.

Tesla mischt weiter kräftig mit im Elektroauto-Markt

Bis 2018 will Tesla seine Produktion auf eine halbe und bis im Jahr 2020 auf eine ganze Million Fahrzeuge pro Jahr ankurbeln. Mit dem „Model 3“ wird Elon Musk und sein erfolgsgetriebenes Team im Frühling 2017 den Mittelklasse-Markt ordentlich einheizen. Fragt sich, wer da noch Geduld hat, bis Mercedes oder VW ihre Studien fertigstudiert haben. 

KIA Soul EV

Nichts Neues bei KIA, noch immer rollt der Soul EV ganz vorne mit, wenn es um Reichweite und Preis geht. Mit seiner 27 kWh  Batterie und den ca. 31.000 Euro muss er sich in keinem Fall verstecken, lediglich das Design dürfte ein wenig gewöhnungsbedürftig sein. 

NISSAN Leaf

Das am häufigsten verkaufte Elektroauto der Welt - noch. Seit 5 Jahren wird er gebaut, fast eine viertel Million sind schon unterwegs. Ein Indiz dafür, worauf es ankommt: Reichweite und Preis. Mit 30 kWh und knapp 34.000 Euro kann man auch über das sehr asiatische Design hinwegschauen. 

BMW i3

Die Marke verkauft sich gut und profitiert natürlich von der jahrzehntelangen Vorarbeit im Verbrenner-Segment. Nichtsdestotrotz ist der BMW i3 ein wirklich gerne gekauftes Elektroauto, zumindest hier in Deutschland.

Renault ZOE

Verdoppelte Reichweite, Publikums-Liebling, Stadtflitzer. Der Zoe von Renault ist das E-Auto der Stunde. Von 240 (unrealistischen) auf 400 Kilometer…Naja, sagen wir mal 280 Kilometer sind auf jeden Fall drin. Das würde bedeuten, dass man bei normaler Fahrweise in der Ebene gut eine Stunde zur Arbeit fahren könnte und zurück. Damit ist Renault für uns nachweislich auf Platz 1 gelandet, denn der Opel Ampera-e muss seine 500 Kilometer erst noch unter Beweis stellen. 

Opel Ampera-e mit großer Batteri-e.

Mit seinem 60 kWh Akku möchte der Opel Ampera-e 2017 allen davonstromern. Soll er mal machen! Und bitte in großen Stückzahlen. Das würde dem lädierten Konzern wirklich auf die Sprünge helfen. Tut’s aber noch nicht, da weder ein fahrbares Modell da ist, noch ein Preis feststeht. Eine Ansage ist das in jedem Fall, besonders in Richtung Tesla. Nun ja, wenn der Opel dann im ersten Quartal 2017 auf den Markt kommt, dann werden wir sehen, wieviele Tesla-Besteller bereit sind, für das „Umdenken im Kopf“, wenn sie die Wahl haben zwischen Opel Ampera-e und Tesla Model 3.

Alle wollen 500 Kilometer schaffen - Tesla kann’s, kostet aber Geld

Mit einer Batterie, die in punkto „Energiedichte“ seinesgleichen sucht, fährt Tesla allen Elektroautos davon. Nicht nur bei Werten wie der Reichweite von theoretischen 613 Kilometern. Auch der Preis hat es in sich: mit 152.000 Euro liegt das Model S in der P100D Version auch ganz weit vorne, wenn es ums Geldausgeben geht. Der „Tesla fürs Volk“ kommt in wenigen Monaten und wird ca. 30.000 Euro kosten. 

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