
Der Eine Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) widerspricht der Interpretation einer Statistik des Auto Club Europa aus vergangenem Monat, nach der das Elektrofahrrad gefährlicher sei als herkömmliche Fahrräder. Die eigens dafür durchgeführten Tests, sowie eine Analyse der amtlichen Verkehrsunfallstatistik lassen kein erhöhtes Risiko erkennen, so die Unfallforschung der GDV.
Greenfinder berichtete schon einmal über eine Untersuchung des Zweirad-Industrie Verbands (ZIV), der sich mit eben jenem Reizthema beschäftigt. Doch auch der ZIV fand heraus: Das Unfallrisiko mit einem Pedelec ist nicht höher, als das mit einem herkömmlichen Fahrrad.
Die Untersuchung bringt ans Licht, dass die Fahrer eines Pedelec 25 ein wenig schneller auf den Straßen unterwegs sind, als Radler ohne Trittunterstützung. Dies führe jedoch nicht automatisch zu riskanteren Situationen. Die Fahrer von Pedelec 45 oder S-Pedelecs, sind zwar wesentlich schneller unterwegs als die zuvor genannten, jedoch gäbe es auch hier kein erhöhtes Risiko. Betrachtet man die Anzahl der zugelassenen S-Pedelecs in Deutschland, so lässt sich jedoch leicht erkennen, dass nur sehr wenige der Elektrofahrräder eine Trittunterstützung zur Verfügung stellen, die über 45 km/h hinaus geht.
Für den E-Bike Test der GDV wurden insgesamt 90 Fahrer von herkömmlichen Fahrrädern, Pedelecs und E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h mit Messtechnik präpariert und das Fahrverhalten über einen Zeitraum von vier Wochen dokumentiert und ausgewertet. Ähnlich wie bei der Analyse des ZIV konnte auf der GDV feststellen, dass die Fahrer von Pedelec und E-Bike die Trittunterstützung nicht zum "Durch-die-Stadt-Rasen" missbrauchen, sondern lediglich, um in Situationen wie beim Anfahren oder bei Steigungsfahrten weniger Kraft aufwenden zu müssen.
In einem weiteren Versuch testeten die Forscher, wie es sich mit der Wahrnehmung von Unfallverursacher Nr.1 - den Autofahrern - im Bezug auf Pedelecs und E-Bikes verhält. Die PKW-Fahrer unterschätzten oft die Geschwindigkeit der Elektroräder, was jedoch laut GDV nicht zu einer Gefährdung der Sicherheit führen würde.
Was tatsächlich gestiegen ist, das ist die Zahl der sogenannten „Alleinunfälle“, insbesondere bei Bergabfahrten. Hierbei verlieren häufig Senioren die Kontrolle und stürzen nicht selten schwer. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht das E-Bike oder Pedelec der Auslöser dafür ist. „Nicht das Pedelec ist das Problem, sondern die derzeit überwiegende Nutzergruppe“, sagt UDV-Leiter Siegfried Brockmann. „Viele Senioren freuen sich über neu gewonnene Mobilität, haben dann aber Schwierigkeiten mit dem Handling des Pedelecs. Hier sind die Händler in einer besonderen Verantwortung, bei der Auswahl des optimalen Geräts sachkundig zu beraten und die Pedelec-Fahrer ausführlich einzuweisen.“, so Brockmann.
Greenfinder unterstützt diese Einstellung und rät allen "Neu-Radlern", die längere Zeit kein Rad unterm Hintern hatten, sich bei einem Fachhändler in der Nähe ausführlich beraten zu lassen. Eine hervorragende Gelegenheit, die aktuellen Pedelecs und E-Bikes unter Anleitung auf einer gesicherten Teststrecke in wunderbarer Landschaft zu fahren, ist das e:bikefestival in Kitzbühel.
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