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Tesla Model 3 - Elon Musk mit Elektroauto-Rekord

E-Auto
06.04.2016 - von Julia Brinker
Das neue Elektroauto Tesla Model 3

Dieser Elon Musk ist wirklich ein Teufelskerl. Nachdem 31. März hat es uns erst einmal gehörig die Sprache verschlagen. Nun haben wir uns bekrabbelt und sind bereit, zu berichten, was sich vor den Tesla-Niederlassungen auf der ganzen Welt ereignete. Es geht um ein besonderes Elektroauto.

Zunächst sah man erstmal nur Menschenschlangen, die man sonst vielleicht von Justin Biebers Autogrammstunden oder dem Verkaufsstart eines neuen iPhones kennt. Dieses Mal ging es jedoch um ein Auto für umgerechnet ca. 30.000 Euro. Doch der Reihe nach!

Elon Musk und Tesla aus dem Silicon Valley

Besagten Elon Musk kennen mindestens alle Autofans vom Silicon Valley und seinen Mega-Autos mit Elektroantrieb, die er dort unter dem Namen Tesla entwickelt. Bisher zeichneten diese sich neben extremer Leistungsfähigkeit und sehr hoher Reichweite durch einen stolzen Preis aus. Mit ein bisschen Ausstattung wird nämlich für den Tesla Model S schnell die 100.000 Dollar-Marke geknackt. Das ist, auch wenn dem Käufer durchaus so einiges dafür geboten wurde, nur für die wenigsten Autofahrer noch erschwinglich. 

Tesla Model 3 attackiert VW E-Golf und Ähnliche

Mit dem jüngsten Spross des kalifornischen Start-up-Giganten, dem Tesla Model 3, könnte sich dies nun grundlegend ändern. Vieles bleibt zwar noch Spekulation, da Musk die Spannung anscheinend noch ein wenig aufrechterhalten will, aber ein paar Infos konnten wir bereits ergattern. Die wollen wir Ihnen selbstredend nicht vorenthalten. Etwa 30.000 Euro soll der "Model 3" in der Basisversion kosten. Vergleicht man das mit dem Einstiegspreis des E-Golf in Höhe von 34.900 Euro, der sogar noch eine Klasse tiefer liegt, kann man erahnen, was Tesla da gerade versucht. 

Model 3 von Null auf 100 km/h in unter 6 Sekunden

Mit seinen 4,17 m Außenlänge und 2,34 m Breite liegt er im Bereich der Premium-Mittelklasse und wird Mercedes und Co. damit längerfristig zum Umdenken zwingen. Ausgestattet mit dem kleinsten Motor sollen 215 Kilometer Reichweite möglich sein, durchschnittlich und mit stärkerer Motorisierung sogar 340 Kilometer. Die Mercedes C-Klasse als Plug-in Hybrid schafft – elektrisch angetrieben – gerade mal 50 Kilometer. Tesla-typisch ist auch wieder die Beschleunigung: Die sportlichen Fahrer erreichen die 100 km/h in unter 6 Sekunden. Zum Vergleich: Beim e-Golf dauert es 10,4 Sekunden.

Tesla Model 3 ein mit Stromlinien-Design

Der Blick auf die Vorderansicht lässt keinen Zweifel mehr daran, dass es sich beim Model 3 um einen Stromer handelt. Wird beim Vorgängermodell Model S der Kühlergrill zumindest noch durch Materialunterschiede angedeutet, verzichtet Tesla für den Model 3 komplett darauf und schafft es, mit sehr viel Blech zu beeindrucken. Und auch innen geht es kaum noch futuristischer. Der Bordcomputer erinnert an ein angeschraubtes iPad Pro, ansonsten sieht man außer geraden Linien und sehr viel durchgezogenem Material äußerst wenig. 

Auslieferung des Tesla Model 3 Ende 2017

Obwohl das Model 3 erst Ende 2017 – und auch dann erst in den USA – ausgeliefert werden soll, ist die Zahl der Vorbestellungen wohl das, was an der ganzen Geschichte am meisten beeindruckt. Bereits in den ersten drei Tagen nach der Vorstellung konnte Tesla 250.000 Einträge in die Orderlisten verzeichnen. Diese sind zwar völlig unverbindlich, aber eine Anzahlung von 1.000 Euro wird trotzdem fällig. Damit verzeichnet Tesla – ohne ein einziges verkauftes Modell! – mit seinem Ungeborenen schon jetzt einen Umsatz im dreistelligen Millionenbereich.

In Deutschland 2015 nur ca. 13.000 Elektroautos zugelassen

Geradezu beängstigend, wenn man sich die aktuellen Zahlen der etablierten Autobauer aus Deutschland anschaut. Mercedes, Audi, BMW und Co stehen zwar weiterhin in der Gunst der deutschen Autofahrer, jedoch nur, wenn man auf die umweltverschmutzenden Verbrennungsmotoren inklusive CO2-Betrug blickt. Doch eine Änderung zeichnet sich nicht nur wegen des VW-Skandals am Horizont ab. Seitdem Elon Musk und Tesla mit solchen Vorverkaufs-Zahlen überraschen, denken immer mehr Menschen darüber nach, auf ein Elektroauto zu wechseln - und das ist grundsätzlich sehr gut. Auch wenn Tesla das Model 3 erst noch bauen und ausliefern und Elon Musk den Beweis erbringen muss, dass das Unternehmen damit erfolgreich sein kann: Ein Trend ist mit einer derart hohen Zahl an Vorbestellungen klar erkennbar. 

Verschlafen europäische Autobauer den Trend "Elektroauto"?

Natürlich haben auch die guten alten europäischen Autobauer Elektroautos im Portfolio. Das bringt jedoch nur den Firmen etwas, die mit Hilfe von Lobbyisten und Beraterfirmen dafür Fördergelder in Millionenhöhe kassieren. Der Verbraucher hat bisher nicht wirklich davon profitiert, was sich in den mageren Zulassungszahlen widerspiegelt. Tesla könnte die Kehrtwende bringen, die unsere Umwelt und Infrastruktur dringend benötigt. Die große Frage wird dann sein, wie sich die etablierten Autobauer dagegen zur Wehr setzen wollen, wenn der Trend erst einmal etabliert ist. Zur Erinnerung: vor nicht einmal 9 Jahren gab es noch kein iPhone.

Einen aus unserer Sicht sehr interessanten Artikel, der so garnicht zur allgemeinen Berichterstattung passt, finden Sie hier: Warum wir in Deutschland völlig falsch über Tesla diskutieren


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