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VW Budd-e: In einem Elektrovan durch das Internet der Dinge

10.10.2016 - von Julia Brinker
Bild: Volkswagen AG

Anfang des Jahres wurde er auf der Consumer Electronics Show (CES) zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt, ein gutes halbes Jahr später gab es dafür bereits den ersten Preis. Nämlich in Plymouth bei den North American Concept Vehicle of the Year Awards. Die derzeit heißeste Studie von VW - leider in Paris auf dem Autosalon nicht vertreten - namens "Budd-e" erhielt die begehrte Auszeichnung in der Kategorie der leichten Nutzfahrzeuge. Nach Ansicht der Jury, berücksichtige VW sowohl die Belange der Umwelt als auch die Nutzwertenansprüche des 21. Jahrhunderts. Für uns Gründe genug, einmal einen schärferen Blick auf diese Studie zu werfen.

Erste Testfahrer, die bereits im Januar in Las Vegas auf der CES in den Genuss einer Probefahrt kommen durften, zeigten sich besonders begeistert von der futuristischen Innenausstattung Elektrovans. Schnell war die Rede von einem Smartphone auf vier Rädern. Dafür sorgen das neue Human-Machine-Interface als Anzeige- und Medienkonzept, sowie das Active Info Display.

Intuition ersetzt Hebel und Schalter

VW erfindet so das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ganz neu. Mit dem Internet der Dinge werden Distanzen überwunden, die nicht immer messbar sind und doch trotzdem da. Hebel und Knöpfe kommen, außer für das Fahrprogramm, nur noch Touch-Sensoren zum Einsatz. Per Gestensteuerung werden die Türen geöffnet und mit einem zweiten Wisch von innen ganz intuitiv verschlossen. Und mit Smart Home ist sogar der Zugriff vom Auto auf das eigene Zuhause möglich.

Ziemlich große Reichweite

Das Wortspiel „Budd-e“ mit dem umgangsprachlichen Wort für guten Kumpel, also Buddy ist also durchaus ernst zu nehmen. Und genauso, wie auch ein echter Buddy einen nicht im Stich lassen wird, soll es auch mit dem Budd-e, den VW uns irgendwann zur Seite stellen will, sein. Dafür wurden ihm zwei e-Maschinen mit zusammen 225 kW eingebaut, deren Batterien einen Energiegehalt von 92,4 kWh haben und so eine Reichweite von 533 Kilometern (NEFZ) ermöglichen. 

Das Auto ist nicht mehr so wichtig

Der geplante Serienstart ist das Jahr 2019, evtl. auch erst 2020. Der Budd-e soll dann das erste Elektroauto von VW sein, das auf Basis des neuen Modularen Elektrifizierungsbaukastens konzipiert ist. In diesem Zusammenhang fiel sogar von VW-Seite die bemerkenswerte Äußerung, die Plattform sei wichtig, nicht das Auto. Ganz leise hört man hier sogar noch den Kampf gegen die nach wie vor nicht abklingen wollende Krise des Unternehmens durch, ausgelöst durch den Dieselmotor, der inzwischen mehr und mehr zum Inbegriff für Schmutz und Lügen steht. Im nahezu klinisch wirkenden Innenraum des neuen Bullis sollen daran alle Erinnerungen verschwinden. Und noch etwas: Dass man sich ausgerechnet eine Neuauflage des kultigen Bulli ausgesucht hat, um vorzustellen, wohin es mit dem Unternehmen gehen soll, dürfte noch einen anderen Beweggrund haben.

Hippies mit Elektroantrieb

Mehr als jedes andere Auto steht der Bulli als Auto der Hippies und Weltverbesserer für Frieden und Freiheit. Denn irgendwie sind die Elektropioniere von heute auch so etwas wie die Hippies von damals. Nicht alle Ideen sind umsetzbar, vieles ist Idealismus, aber das ist auch alles nicht so wichtig. Manchmal geht es auch nur darum, das Bewusstsein neu zu schärfen. Hier sind wir wieder bei der Begründung der Jury für den North American Concept Vehicle of the Year Award.

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