
Auf den ersten Blick erinnert es an eine modernisierte Form der Rikscha. Diese sind hauptsächlich bekannt aus der indischen Hauptstadt Delhi, wo junge sportliche Menschen (meist) Touristen schneller im Taxi durch die Stadt befordern.
An genau diesem Punkt setzt der Autozulieferer Schaeffler an, als er auf der Auto Motor Sport-Kongress Anfang April ein vierrädriges Elektrofahrzeug vorstellte. Er nennt es Bio-Hybrid, denn es kombiniert Muskel- und Elektrokraft zum Antrieb. Der Name Hybrid kann aber auch in eine andere Richtung verstanden werden, denn es handelt sich dabei um eine Mischung aus Auto und E-Bike. Doch was hat es mit diesem neuen Gefährt auf sich und lohnt es sich wirklich?
Zunächst sei einmal vorweg gesagt, dass der Bio-Hybrid nicht ohne Grund den Beinamen „Schaeffler-Studie“ trägt, da es sich bisher erstmal nur um einen Prototypen handelt. Vorgestellt wurde er auf dem "Auto Motor und Sport Kongress" am 31. März in Stuttgart. Angedacht ist eine Erprobungsphase im Jahr 2017, für die Schaeffler derzeit auf der Suche nach einer geeigneten Partnerstadt ist. Das Team von Greenfinder ist von der Idee aber so angetan, dass wir jetzt schon einen ausführlicheren Blick darauf werfen wollen.
Gedacht ist der Bio-Hybrid als unkompliziertes Stadtmobil. Mit einer Länge von 2,10 m und gerade mal 86 cm Breite ist er sogar auf ausgewiesenen Radwegen zugelassen. Hinzu kommt die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h, wodurch auch der Führerschein keine Voraussetzung zum Fahren ist. Bis zu 6 km/h soll der Bio-Hybrid rein elektrisch fahren können, für höhere Geschwindigkeiten muss der Fahrer zusätzliche Muskelkraft aufbringen. Hybrid eben. Großes Plus: Der Rückwärtsgang funktioniert rein elektrisch, was aufwändigeres Manövrieren problemlos möglich macht.
Stabilität gewinnt der Bio-Hybrid durch seine vier 24 Zoll-Räder (2 vorne, 2 hinten) und seine niedrige Höhe von 1,50 m. Damit können auch schärfere Kurven problemlos gemeistert werden. Dies ist vor allem wichtig, da es hinter dem Fahrer noch einen zweiten Platz gibt, auf dem sogar ein Kindersitz montiert werden kann.
Da auch Schaeffler weiß, dass das Anstrengen der Muskeln – gerade auf dem Weg zu Arbeit oder zu anderen wichtigen Terminen - nicht immer gut zu Kleidung und Styling passt, gibt es eine zusätzliche Boost-Funktion. Sie ermöglicht dem Fahrer auf einer überschaubaren Strecke die Motorunterstützung des 80 Kilogramm schweren Vehikels zu erhöhen und erleichtert das Anfahren.
Um die von Schaeffler angegebene Reichweite von 50 km zu erreichen, muss für den Rückweg auf einem niedrigeren Unterstützungsmodus dann aber wieder stärker in die Pedale getreten werden. Und wenn der Akku mal leer ist, wird entweder der Ersatzakku eingebaut, der in etwa die Größe eines Laptops hat oder man baut ihn aus und lädt ihn ganz an der heimischen Steckdose.
Als Bordcomputer dient das eigene Smartphone, das via App mit dem Hybrid verbunden ist. Auf der Dockingstation am Lenker montiert, wird es zum zentralen Bedienelement und gibt nicht nur Informationen über die Restreichweite und den Puls des Fahrers sondern auch über das Wetter am Zielort und das aktuelle Verkehrsaufkommen – inklusive Ausweichmöglichkeiten bei Stau, da auch sämtliche Rad- und Schleichwege eingetragen sind.
Und der Preis? 5.000 - 7.000 Euro wird der Bio-Hybrid von Schaeffler kosten. Das entspricht ungefähr dem, was man derzeit für ein Pedelec der Oberklasse bezahlt.