
Bei Elektroautos der Premiumklasse ist Tesla im Jahr 2016 unbestrittener Spitzenreiter. Wirtschaftsexperten sind sich aber sicher: Die Nägel am Teslasarg sind schon in Produktion und werden kommen. Wir haben deshalb ein bisschen nachgeforscht und zwei paar Projekte jenseits der bekannten Marken wie BMW, Mercedes etc. gefunden, die Elon Musk auf kurz oder lang in der Tat die Schweißperlen auf die Stirn treiben könnten. Ganz vorne mit dabei liegt China, doch auch ein wiederauferstandener Automobilhersteller mit Sitz in Stuttgart macht derzeit mit Elektroplänen von sich reden...
In der jüngeren Generation dürfte er nur noch Oldtimer-Fans ein Begriff sein: Der Autohersteller Borgward baute von 1939 bis 1963, als eine dubiose und bis heute ungeklärte Firmenpleite die Erfolgsgeschichte beendete, in Bremen Personen- und Lastkraftwagen.
Das Ende seines Unternehmens überlebte Firmengründer Carl F. W. Borgward, der 1963 starb, nur um zwei Jahre. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg musste er die Unternehmensführung allerdings wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP abgeben. Sein Enkel Christian Borgward, den er allerdings nie persönlich kennen gelernt hatte, ist seit 2005 damit beschäftigt, die Marke wiederzubeleben. Die Markenrechte der 2015 gegründeten Borgward Group gehören allerdings dem chinesischen Truck-Hersteller Beigi Foton Motor.
Künftig will Bogward aber auch in der Heimatstadt des Unternehemens, Bremen, einen Standort errichten, wo der BX7, der auf dem Pariser Autosalon 2015 noch mit Ottomotor vorgestellt wurde, mit reinem Elektroantrieb gebaut werden soll. Anviesiert für den Marktstart ist momentan das vierte Quartal des Jahres 2017- ein Jahr werden sich Nostalgiker wie Futuristen also noch gedulden müssen. Geplant sind allradangetriebene Plug-ins, die mit einer Reichweite von mindestens 250 km ausgestattet sein sollen. Alles andere wäre jedoch auch schierer Wahnsinn und der sichere Weg in die nächste Pleite. Viel mehr ist leider noch nicht über die norddeutsch-chinesischen E-Autos bekannt, aber eine Kombination aus deutscher Ingenieurskunst und dem Ehrgeiz des weltweiten Leitmarkts für Elektroautos klingt schonmal vielversprechend.
Ein anderes und bereits wesentlich konkreteres Projekt kommt genau wie Tesla aus den USA, hat gerade eine Namensänderung hinter sich und will ebenfalls als reiner Elektroautohersteller auf den Markt gehen. Das Start-up Lucid Motors, das unter dem Namen Atieva gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, die besten Elektroautos der Welt zu bauen. Der erste Prototyp trägt momentan noch den Namen Atvius. Erste Bilder des Entwurfs sind bereits in Umlauf. Der Motor soll von einer 87 kWh starken Litiumionen-Batterie angetrieben werden, die eine Reichweite von 500 km ermöglicht und über 600 kW verfügen soll, was 900 PS entspricht. Damit ist er ein echter Konkurrent zum Tesla Model S in der P90D-Ausführung mit 345 kW.
Was die Produktion betrifft, hat jedoch auch bei Lucid Motors die Chinesen ihre Finger im Spiel. Momentan wird der Prototyp zwar noch in Kalifornieren gebaut, da der Großteil der Förderer des noch jungen Start-ups in China sitzt, dürfte dort bald auch die Produktion dorthin verlegt werden.