
Fahrradstadt Wien: Auf der ersten Wiener Fahrradschau feierte die österreichische Hauptstadt vom 21. bis zum 23. Oktober das Fahrrad als Lebensgefühl. Veranstaltungsort war die historische Karl-Marx-Halle in der das Fahrrad als Kunst-, Design- und Kulturobjekt im Mittelpunkt stand.
Im Focus der Wiener Fahrradschau, die so manchem schon aus Deutschland als Berliner Fahrradschau bekannt sein dürfte, wo sie dieses Jahr im März bereits zum siebten Mal durchgeführt wurde, stehen daher weniger die technischen Entwicklungen rund um das Fahrradfahren, sondern Fragen der Nachhaltigkeit, Authentizität und des bewussten Konsums im Vordergrund.
So war die Messe nicht wie gewohnt nach Marken aufgeteilt, sondern nach Themengebieten, wie Urban Lifestyle, Velo Couture, Handmade, aber auch E-Mobility, wo neben neuen E-Bikes auch clevere Apps und intelligente Hilfsmittel vorgestellt wurden. Höhepunkt der Wiener Fahrradschau, in der all das Ausdruck fand, was sie vermitteln wollte, war die Vorstellung des Ridentity Bikes. Ziel der Entwicklung des Ridentity Bikes war es, was auch der Name schon nahelegt, die komplexe Identität der Stadt Wien in einem einzigen Fahrrad zum Ausdruck zu bringen. Dazu wurde aus allen 23 Wiener Bezirken jeweils ein Handwerksbetrieb ausgewählt, der ein Bauteil zum Ridentity Bike beisteuerte. Dabei ist ein schlichtes, aber sehr kunstvolles Fahrrad entstanden, das Materialien wie Holz, Messing, Leder und Edelstahl sowie moderne Designelemente in sich vereint.
Eine eindrucksvolle Show lieferte auch die Handmade-Area, wo kleine Handwerksbetriebe ihre Arbeit so präsentierten, wie sie auch in der Werkstatt vonstatten geht, sodass es durchaus heiß werden konnte und die Funken flogen. Benjamin Ahrens, Organisator der Wiener Fahrradschau ist sich sicher, dass die Geschichte, die hinter dem Fahrrad steht, genauso wichtig ist wie das Produkt selbst. Und diese Geschichte wurde in der Handmade-Area live erlebbar.
Mit dem Vienna Rad Race bot die Fahrradschau unter dem Motto "Stop Racism - Start Raceism" auch noch eine Plattform für eine politische Botschaft. Egal welche Hautfarbe, welches Geschlecht, welche Herkunft- auf dem Fahrrad sind alle Menschen gleich. Auch auf welchem Fahrrad mal fährt, spielte beim Vienna Rad Race keine Rolle- von Rennrad über Mountainbike, Single Speed, Fixie bis zum Dreirad war alles zugelassen.
Nächsten März geht es mit der Fahrradschau in Berlin weiter, wo dann bereits zum achten Mal um das Kultobjekt Fahrrad gehen wird.