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Deutsche kaufen kaum Elektroautos - Platz 7 in Europa

E-Auto
08.06.2016 - von Julia Brinker
Elektro-Automobilmarkt Deutschland
Grafik: Smava.de

Bei der Elektromobilität soll Deutschland ganz vorne mit dabei sein. Dieses Ziel gab die Bundeskanzlerin Angela Merkel für das Autoland Deutschland vor. Das war im Jahr 2011. Heute, fünf Jahre später, zählen wir gerade einmal 55.000 Elektroautos auf deutschen Straßen. Und da sind die Plug-in-Hybride bereits mitgezählt.

Damit liegt Deutschland, wie eine Infografik des Kreditvergleichsportals Smava zeigt, im europäischen Vergleich weit abgeschlagen hinter Norwegen mit rund 79.000 und den Niederlanden mit rund 89.000 Elektroautos. Und das verteilt auf fünf bzw. 16 Millionen Einwohner! Diesen Zahlen stehen einem PKW-Bestand von 44 Millionen in Deutschland , acht Millionen in den Niederlanden und zwei Komma fünf Millionen in Norwegen entgegen. Ähnlich sieht es bei den Neuzulassungen aus. Auch hier liegen Norwegen (ca. 34.000) und die Niederlande (ca. 43.000) auf den europäischen Spitzenreiterpositionen, Deutschland abgeschlagen mit rund 23.000 Neuzulassungen sogar noch hinter Frankreich und Großbritannien mit jeweils rund 28.000.

Erwünschte Wende dank neuer Prämie?

Die Gründe dafür lassen sich kaum in einem Satz zusammenfassen. Bis zur Einführung der Prämie für Elektroautos waren die Rufe nach einer staatlichen Unterstützung für den Kauf eines Elektroautos besonders laut. Wie sich nun die kürzlich beschlossene Subventionierung tatsächlich auf das Kaufverhalten der Deutschen auswirken wird, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich steht zu Bedenken, dass die Deutschen ihre Verbrenner lieben. Mehr als ein Jahrhundert durfte man hierzulande auf die florierende Automobilindustrie stolz sein. Ob 4.000 Euro Prämie die erwünschte Wendung um 180 Grad bringen werden, ist daher durchaus fraglich.

Stau und Parkplatzsuche auch im E-Auto

Und das nicht zuletzt, weil in Deutschland ein Elektroautofahrer im Alltag, das Thema Reichweite dabei sogar außen vor gelassen, mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen hat, wie jemand, der einen schmutzigen PKW mit Verbrennungsmotor fährt. Die nervige Parkplatzsuche und Stau in der Rush-Hour überfüllter Innenstädte werden bisher noch außer Acht gelassen. In Amsterdam stehen zum Beispiel spezielle Parkmöglichkeiten nur für Elektroautos zu Verfügung. Und in Großbritannien darf, wenn Strom getankt wird, die Busspur befahren werden. Auch wenn auch diese Anreize zunächst nur Übergangsmöglichkeiten darstellen, so schaffen sie doch ein Klima für eine elektrofreundlichere Gesellschaft. Wir von Greenfinder halten Sie über alles auf dem Laufenden, was sich bei der Förderung der Elektromobilität tut.

Hier gelangen Sie zur Infografik von Smava

Und für alle, die mit einem E-Bike liebäugeln oder bereits eins haben: Lesen Sie auch unsere News zum Ausbau der Radschnellwege.

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