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Wie gefährlich ist ein E-Bike? ZIV warnt vor Falschinterpretationen der Unfallstatistiken

E-Bike & Pedelec
19.01.2017 - von Julia Brinker

Realität ist: Die Unfälle mit E-Bikes sind im Jahr im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen. Nie sind so viele Menschen auf ihrem E-Bike oder Pedelec verunglückt wie im Jahr 2016. Realität ist aber auch: Nie sind überhaupt so viele Menschen E-Bike gefahren und nie wurden so viele Kilometer auf dem E-Bike zurückgelegt wie im Jahr 2016.

Die Statistik hält der ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) in einer Pressemitteilung gegen die hohen Unfallzahlen, um damit vor Fehlinterpretationen derselben zu schützen. Bis zum Ende des Jahres 2016 sind bereits 3 Millionen E-Bikes und Pedelecs auf deutschen Straßen unterwegs gewesen, 2015 waren es noch 2,5 Millionen. Und jedes Jahr werden etwa 100.000 E-Bikes mehr als im Vorjahr verkauft. 

Wer ein E-Bike besitzt, fährt häufiger

Insgesamt gibt es in Deutschland 72 Millionen Fahrräder. Von 396 in Unfällen ums Leben gekommenen Radfahrern in Deutschland waren 39 Menschen auf einem E-Bike unterwegs. Das entspricht knapp 10%, die oft dem geringeren Anteil von 4,17% von allen Fahrrädern (mit und ohne Antrieb) entgegen gehalten werden. Auch wenn selbstverständlich betont werden muss, dass es immer problematisch ist, mit Zahlen zu jonglieren. Wenn es um Menschenleben geht, ist es trotzdem hilfreich, die Statistik genau zu analysieren. Denn eine andere Tatsache steht diesen Zahlen ganz eindeutig entgegen: Wer ein E-Bike besitzt, lässt es in den seltensten Fällen 364 Tage im Keller stehen und macht einmal im Jahr eine Fahrradtour bei schönem Wetter. Allein schon aufgrund der höheren Anschaffungskosten, kauft man sich ein E-Bike immer eher zweckgebunden, z.B. um damit das Auto zu ersetzen.

Viele E-Biker fahren kaum schneller als Fahrradfahrer 

Um also zu realistischen Vergleichswerten zu gelangen, müsste man nicht die Anzahl der Fahrräder und E-Bikes in deutschen Haushalten den Unfallzahlen entgegen setzten, sondern die zurück gelegten Kilometer und die Häufigkeit der Nutzung. Die liegt bei E-Bikes wesentlich höher als bei herkömmlichen Fahrrädern. Festgestellt wurde nämlich auch, dass die Geschwindigkeit, die Fahrer eines E-Bikes im Schnitt erreichen, kaum höher ist, als eines Fahrrads ohne Antrieb. Der Vorteil eines Fahrrads mit Elektroantrieb besteht für die meisten lediglich darin, dass sie beim Fahren weniger Kraft aufwenden müssen und auch bei längeren Strecken weniger erschöpft am Ziel (zum Beispiel dem Arbeitsplatz) ankommen.

Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, sich ein E-Bike zu kaufen: 

Lassen Sie sich von den hohen Unfallstatistiken nicht abschrecken, sondern lieber zu einer vorausschauenden und verantwortungsvollen Fahrweise bewegen. Und das Wichtigste: Nie ohne Helm!

Hier geht es zur großen Datenbank mit über 11.000 E-Bikes

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