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Bei Shell gibt es bald Strom: Der Ölkonzern öffnet sich für die E-Mobility

E-Auto
03.02.2017 - von Julia Brinker

Zwei Gegensätze, die sich in Zukunft bald anziehen könnten. Shell macht vor, wie das funktionieren kann und kündigte an, Ladesäulen für Akkus neben den Zapfsäulen für Verbrenner zu installieren. Vorerst wird dieses Vorhaben nur in den Niederlanden und in Großbritannien umgesetzt. Weitere Länder könnten im Erfolgsfall aber folgen.

Die Verbesserung der Infrastruktur für Ladesäulen ist eines der drängendsten Themen im Bereich der E-Mobility. Wer überlegt, sich ein Elektroauto zu kaufen, macht dies oft davon abhängig, wie dicht das Netz an Ladesäulen in seiner Umgebung ist. Vielen Großstadtbewohnern ist es nämlich nicht möglich, eigene Ladesäulen an ihrem Haus aufzustellen, da es sich meist um Wohnhäuser mit mehreren Mietparteien handelt.

Shell gibt sich noch geheimnisvoll

Leider äußert sich Shell über das wann und das wie viel nur äußerst vage. Man weiß also bisher lediglich, dass es "ziemlich bald" losgehen wird. Interessant wird auf Dauer zu beobachten sein, inwiefern sich das Stromtanken auf die Gesamtgestaltung einer Tankstelle auswirken wird. Auch wenn inzwischen 80% der Akkuleistung je nach Auto und Zapfsäule in weit unter einer Stunde erreicht werden können, muss trotzdem mehr Zeit eingeplant werden, als bei einem gewöhnlichen Tankvorgang. In der Zeit will sich natürlich natürlich niemand nur an einer stinkenden Tankstelle die Beine vertreten. 

Die Erwartungen sind hoch

Und noch interessanter ist es, ob es Shell gelingt, für beide Anschlüsse (CCS und CHAdemo) Lademöglichkeiten anzubieten. Die rotgelbe Shellmuschel steht gerade auf Autobahnen für die Möglichkeit, in jeder Hinsicht -vom Diesel bis zum Dallmayr- auftanken zu können. Umso ärgerlicher wäre es, wenn ein Nissan-Fahrer mit den letzten Kilometern angerollt kommt und als erstes seinen ladezeitverlängernden Adapter heraussuchen muss, weil alle Säulen mit CCS-Anschlüssen ausgestattet sind.

Gute Entwicklung bei Ladestationen

Auch wenn wir uns in Deutschland mit den Ladestationen an den Shell-Tankstellen noch ein wenig gedulden müssen, gibt es trotzdem eine gute Nachricht: Im letzten Jahr haben sich die Ladepunkte verfünffacht. Waren es Ende 2015 noch 5.571, gab es Ende 2016 bereits 24.544 Stellen, an denen ein Elektroauto aufgeladen werden kann. Das bedeutet, dass auf eine Ladestationen drei Elektroautos fallen. Deutschland schneidet damit im innereuropäischen Vergleich überraschend gut ab: Nur die Bilanz der Niederlande mit 26.700 Ladepunkten sieht besser aus. Das Schlusslicht bildet ausgerechnet Norwegen, ein Land das eigentlich eine der Vorreiterrollen im Bereich der E-Mobility einnimmt und angeblich ab 2025 Neuzulassungen von Autos mit Verbrennungsmotor verbieten will. Bisher kommt jedoch auf 18 Elektroautos nur eine Ladestation.

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