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Das Powerpaar der E-Mobility: Gemeinsame Plattform für Renault Zoe und Nissan Leaf

E-Auto
23.12.2016 - von Julia Brinker
Bild: Renault

Sie sind das Powerpaar des Unternehmensbündnisses Renault-Nissan. Sozusagen die Beyoncé und der Jay-Z der Elektroautos. Die Rede ist von Renault Zoe und Nissan Leaf. Bis einschließlich August wurden im Jahr 2016 13.779 Zoes und 12.045 Leafs verkauft. Sie bilden damit vor dem Tesla Model S mit 8.319 verkauften Exemplaren die einsame Spitze.

Seit diesem Monat steht der Zoe endlich mit neuer Reichweite und leichtem Facelift zur Testfahrt bereit, ab 2017 soll der offizielle Verkauf starten. Das langersehnte Update des Leaf ist für die Consumer Electronics Show im Januar in Las Vegas geplant.

 

Was Nissan sich für das Update seines Verkaufsschlagers hat einfallen lassen, weiß allerdings noch niemand so richtig. Über Konkretes schweigt der Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn aus. Lediglich mit der Ankündigung, man habe etwas Substantielles zu zeigen, hält er die Branche wach. 

Keine neue Reichweite?

Doch wie es immer ist: Irgendeiner kann sich nicht zurückhalten und so sickerte in den letzten Wochen aus Unternehmenskreisen die geheime Info durch, dass ein neuer Stromspeicher erstmal auf sich warten lasse. Sollte dem wirklich so sein, kann sich Nissan schon jetzt auf enttäuschte Gesichter einstellen. Denn die Reichweite ist nach wie vor das beherrschende Thema der E-Autoszene und das Einzige, was für die Meisten beim Wechsel vom Verbrenner zum Stromer wirklich ein Argument darstellt.

Zwei Autos auf eine Plattform

Es gibt jedoch noch eine andere Ankündigung aus der Hausgemeinschaft Renault-Nissan, die als Erklärung dafür taugen könnte, warum der Leaf in Las Vegas nicht mit Kilometern punkten will. Die beiden Erfolgsstromer sollen künftig eine gemeinsame Elektro-Plattform erhalten. Nur die Optik soll individuell bleiben, Karosserie und Antrieb werden vereinheitlicht. Welches Modell von beiden dafür seine Maße ändern lassen muss, steht jedoch noch nicht fest, denn noch ist der Leaf einen knappen halben Meter länger und wirkt insgesamt etwas kompakter. So ist das Entwicklungsszenario denkbar, dass der Leaf sein richtigtes Facelift mit neuer Reichweite erst bekommt, wenn er auf der Zoe-Plattform gebaut wird.

Vergiss die Batterie

Sein französisches Gegenstück, der Renault Zoe hat die Reichweitenverlängerung nämlich schon hinter sich. „Forget the Battery“ heißt es bei Renault etwas großspurig, seit Zoe mit einem 41kWh Akku ausgestattet wurde. Mit dem neuen 68 kW-Motor (92 PS) und einem Drehmoment von 220 Nm verspricht Renault eine ausgezeichnete Performance. Erste Fahrberichte bestätigen das durchaus. Sie bestätigen jedoch ebenso, dass es gut ist, dass die Geschwindigkeit bei 135 km/h abgeriegelt ist. Denn ein batteriefreundlicher Fahrstil ist durchaus erforderlich. Der durchschnittliche Verbraucht nach einem Teil der Strecke auf der Landstraße und einem zweiten Teil auf der Autobahn lag bei gut 19 kWh, was die Reichweite auf 200 km herabstürzen ließ. 

Laden heißt warten

Und zum Aufladen muss man viel Zeit mitbringen: an einer handelsüblichen Haushaltssteckdose ist der Akku nach 16 Stunden wieder aufgeladen, an der Wallbox mit 11 kW dauert es 4,5 Stunden und selbst für den Ladevorgang an einer 22 kW-Säule muss man für 80% eindreiviertel Stunden Fahrpause einlegen. Trotzdem: Für den Stadtverkehr ist die Reichweite durchaus respektabel, auf der Landstraße wurden Verbrauchswerte von rund 13,5 kWh gemessen. Inklusive Batterie liegt der Zoe bei 24.900 Euro minus Elektroprämie von 4.000 Euro. Wer bereits Zoe-Fahrer ist und so viel Geld nicht bezahlen möchte, kann auch einfach nur aufrüsten: Für 3.500 Euro kann man den neuen Akku austauschen lassen und ihn entweder für 69 Euro (Variationen möglich) oder 8.000 Euro kaufen.

Sollte die neue gemeinsame Elektro-Plattform für Leaf und Zoe wenigstens zum Ergebnis haben, dass vor allem für den Kunden spürbar Kosten gesenkt werden, wäre es nicht schlecht. Denn sonst droht die Gefahr, dass die Erfolgsgeschichte der Elektropioniere bald beendet sein könnte.

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