
Es schwingt schon eine gewisse Ironie mit: Je ausgefeilter die Technik ist, desto mehr kann es uns bei der Optik nicht altmodisch genug sein. Dabei ist das durchaus positiv zu verstehen: Immer mehr Hersteller von E-Bikes für den urbanen Einsatz folgen der neuen Retro-Optik.
Bei Geero hat man sich dieses Prinzip sogar zum Grundsatz gemacht: Der Akku ist komplett im cremefarbenen Unterrohr verschwunden, das aussieht, wie zu Omis Zeiten.
Zur Erfüllung dieses Grundsatzes orientiert sich das vergleichsweise junge Unternehmen eines Bruderpaares an keinem geringeren als John F. Kennedy, für den nichts mit der einfachen Freude, Fahrrad zu fahren, vergleichbar war.
Diese "einfache Freude" soll also nicht gestört werden von komplizierten Schaltgetrieben, einem lauten Motor oder einem anspruchsvollen Akku. Damit folgt Geero einem Trend, der sich seit einiger Zeit in der E-Bike Szene deutlich abzeichnet: Elektrisch fahren gerne, elektrisch aussehen nicht so gerne. Doch was kann ein E-Bike noch, das nicht so aussehen darf? Oder liegt darin vielleicht sogar die hohe Kunst?
Besonders wichtig war den Brüdern aus der Steiermark bei der Entwicklung, dem Leistungsverlust beizukommen. Deshalb begannen sie nicht mit dem Design des Rahmens sondern mit dem elektrischen System. So ist die im Sattelrohr verbaute Elektronik nicht nur ein Designelement, sondern folgt hauptsächtlich einem ganz basalen Zweck: Dem Schutz vor unnötiger Wärmeabfuhr und gleichzeitig der einfachen Wartung.
Beim Motor entschied man sich für die Marke BOS, allerdings mit dem Extra, dass dieser nochmal speziell auf die "Bedürfnisse" des Geero-E-Bikes abgestimmt wurde. So haben die Selfmade-Hersteller Freilaufkuppelystem zusammen mit dem Planetengetriebe selbst entworfen und entwickelt. Herausgekommen ist dabei ein sehr leiser Motor mit schnellem Ansprechverhalten durch hohe Übersetzung.
Derzeit gibt es von Geero zwei Varianten, eine schwarze ("Vintage Vinyl Black") und eine cremefarbene ("Cream Soda Beige"). Ein Geero-E-Bike wiegt 15,6 kg in der Standardausführung. Leichter wird es mit Single-Speed-Antrieb. Wer aber mehr als einen Gang braucht, bekommt ein E-Bike geliefert mit Shimano Sora Schaltung (9 Gang) und einem 420 Wh-Akku von Panasonic.
Wer sich etwas mehr Auswahl bei den Komponenten wünscht, sollte aber nicht enttäuscht sein. Die "kleine Speisekarte" ist Ausdruck des Selfmade-Prinzips. Außerdem ist, zumindest momentan noch, nur so der Preis zu halten, der wesentlich niedriger liegt, als bei vergleichbaren E-Bikes. Ein Geero kostet 2.399 Euro.