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Kopenhagenisierung auf Boris-Bikes: London will fahrradfreundlicher werden

Last Mile Mobility
12.01.2017 - von Julia Brinker

London packt es an: In den nächsten fünf Jahren soll das Fahrradfahren für die englische Bevölkerung in der Millionenmetropole attraktiver werden. Dafür wurden eine Menge Geld und eine Handvoll guter Ideen in die Hand genommen.

Wissen Sie, was ein Boris-Bike ist? Klingt fast ein bisschen wie ein E-Bike für Kinder, ist aber etwas ganz anderes. Dahinter steckt nämlich der Boris, der für viele DIE Symbolfigur des Brexits ist: Der ehemalige Londoner Bürgermeister, inzwischen Finanzminister Großbritanniens, Boris Johnson.

Und warum finden wir das ausgerechnet interessant?

Boris Johnson hat sich in seiner Zeit als Bürgermeister dafür eingesetzt, die englische Hauptstadt fahrradfreundlicher zu machen. Dafür trieb er massive Investitionen in den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur voran. Bestandteil dessen waren auch Leihfahrräder (inoffiziell Boris-Bikes genannt), die überall in der Millionen-Metropole bereitstehen.

Transport für London

Londons Bürgermeister heißt inzwischen Sadik Khan und auch für ihn ist die Aufgabe, London fahrradfreundlicher zu gestalten, eines seiner zentralen politischen Ziele. Dem widmet sich unter seiner Aufsicht ein städtisches Unternehmen namens „Transport for London“, das mit der Umsetzung dieser Ziele betreut wurde. Umgerechnet rund eine Milliarde Euro stehen dafür in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung.

Mehr Anreize schaffen 

Unter anderem sollen von diesem Geld zwei neuen Fahrradautobahnen und eine Ost-West-Route finanziert werden. Damit sollen für die Bürger Londons mehr Anreize geschaffen werden, öfter mit dem Fahrrad, als mit dem Auto zu fahren. Denn die englische Hauptstadt, die mehr als acht Millionen Einwohner zählt, ist die europäische Großstadt mit den massivsten Smog-Problemen. Das liegt zum einen an den natürlichen klimatischen Bedingungen der Region um London, die sich durch zu starke Abgasbelastung natürlich nur verstärken.

Lebenszeitverschwendung in der U-Bahn

Ein anderes Problem, das man versucht zu lösen, indem man mehr Menschen auf die Räder bringt, ist die Gesundheit der englischen Bevölkerung. Ungesunde Ernährung ist leider immer noch ein Problem, dem die englische Bevölkerung nur schwer Herr wird. Viele Menschen leben aufgrund der hohen Mietpreise etwas außerhalb von London und verbringen so wertvolle Lebenszeit, die man sonst in Sport oder die eigene Zubereitung gesunder Mahlzeiten investieren könnte, in U-Bahnen, Bussen oder im Auto.  Dass man sich aber zu Rush-Hour in London als Fahrradfahrer eher ungern die Straße mit gestressten Autofahrern teilen möchte, ist nur zu gut nachvollziehbar. 

Vorbild sind Dänemark und die Niederlande

Als Vorbilder für die Pläne der Londoner Regierung stehen Dänemark und die Niederlande an erster Stelle. So hat sich seit einigen Jahren bereits der Begriff „Kopenhagenisierung“ dafür etabliert, wenn man ausdrücken möchte, dass eine Stadt oder Region sich fahrradfreundlicher ausrichten möchte.  Wir würden uns freuen, wenn bald auch mal eine deutsche Stadt kopenhagenisiert wird- oder gerne auch bald londonisiert! ;-)

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